Ergebnisse Zeit-Fragen mehr

Zeit-Fragen

3. Königsweg Partizipation?


Die Befragten sahen in der Partizipation die zentrale Antwort auf das Problem des richtigen Umgangs mit dem Faktor Zeit. Dabei war der Kerngedanke, dass Verlässlichkeit die Grundlage stabiler Partnerbeziehungen sei. Die Argumentation lässt sich in drei Punkten zusammenfassen.

  • Erstens: Es besteht große Übereinstimmung, dass Zeitpläne und -zyklen der Partner, die miteinander agieren, aufeinander abgestimmt werden müssen. Das ist jedoch nicht so einfach, wie es zunächst klingt. Ein Handbuch des UNDP stellt beispielsweise fest: »Partizipation beginnt damit, dass der Geber nichts tut.« Die erste Regel lautet: »Don’t rush!« Notwendige Voraussetzungen, um Zeitpläne partizipativ zu gestalten, sind Transparenz und Sensibilität – gerade auch mit Blick auf die Zeitrestriktionen der in der EZ Tätigen . Es ist anzuerkennen, dass unsere eigene Zeitstruktur, auch die Forderung nach Geschwindigkeit – eine Restriktion darstellt, die den Handlungsspielraum beider Seiten verringert.

  • Zweitens: Adolf Kloke-Lesch (BMZ) hat herausgestellt, dass Zeit mit Macht zu tun hat. Es geht um die Macht, für andere verbindliche Zeitpläne zu setzen. Oder eben darum, dass einer der Beteiligten von seiner Macht abgibt, sich also auf die Zeitdimension anderer einlässt. Das kann bis zur völligen Angleichung gehen. Prof. Josef Sayer (Misereor) berichtet von seiner Zeit in Peru: »Wir waren ohne Auto unterwegs: bewusst, um nicht der westlichen Beschleunigung zu verfallen. In ein Dorf fahren, Gespräche führen, weiter fahren zum nächsten Termin - das wäre ›effizient‹ gewesen. Wir aber gingen zu Fuß. Das dauerte. Aber es passte unser Zeiterleben dem der Menschen an.«

  • Kloke-Lesch formuliert als Ziel die Synchronisation, d.h. den Abgleich von Zeitvorstellungen. Partizipation heißt nicht nur Teilnahme an einem von den Geberländern gestalteten Prozess, sondern eine echte Einlassung beider Seiten auf einen gemeinsamen Prozess.

Drittens: Zentral ist die Berücksichtigung der sozialen Einbindung. Resultat könnte, schlägt Dr. Martin Bröckelmann-Simon (Misereor) vor, eine sozial intelligente, integrierende Zeitplanung sein, verdeutlicht am Beispiel der Fabel vom Rennen zwischen Hase und Igel. Der Hase steht dabei für Umfeldblindheit und ignorante Verfolgung von Tempozielen. Der Igel ist dagegen ein Beispiel für intelligente soziale Vernetzung, die dem von außen aufgedrückten Zeitdruck widersteht und durch Informationsvorsprung und Anpassung der Regeln an die Gegebenheiten zum Erfolg führt.


weiter...

zum Seitenanfang
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR


Die Zeit

Die Befragten sahen in der Partizipation die zentrale Antwort auf das Problem des richtigen Umgangs mit dem Faktor Zeit.


Download

Ergebnis der Umfrage (PDF, 734 kB)


Zeit-Fragen

Das Problem

Zeit und Mensch

Königsweg Partizipation?

Pro und Contra Geschwindigkeit

Bei uns selbst beginnen


Liste der Befragten

Druckversion